Jubiläumstour Gross Schärhorn, 27.-28.6.2021

Eine Gruppe von sechs Berggängerinnen und einem Berggänger vom SAC Baldern trafen sich in Linthal mit Caroline Fink, die diese Jubiläumstour geleitet hat. Mit dem Alpentaxi fuhren wir auf der Strasse der AXPO bis nach Hintersand, wo der Aufstieg begann. Dabei begleitete uns eine wunderschöne, vielfältige Alpenvegetation, sogar Feuerlilien standen am Wegesrand. Nach der mächtigen Felswand öffnet sich das ausladende Alptal im Ober Sand, dann Schotterhänge, manchmal Fels und grössere Schneefelder, bis wir die Planurahütte auf 2940m erreichten. Der Aufstieg war trotz den 1650 Höhenmeter ein Genuss, weil wir es ganz gemütlich nahmen. Die zwei Windkolken bei der Hütte sind eindrücklich und die Gletscherlandschaft im Morgengrauen imposant.

Bei einem feinen Essen mit zwei sehr feinen Suppen und unterhalten mit der Hüttenkatze erholten wir uns vom Aufstieg, um dann, ganz human um 4.45 Uhr, ohne Stirnlampe, weil schon hell, bei schönem Wetter loszulaufen. Wir liefen an diesem Tag eine gefühlte Ewigkeit über die weite Gletscherlandschaft vom Hüfifirn. Erst mal zu einem Felssporn, wo wir ein kleines Depot einrichteten und dann bis zum Fels vom Schärhorn, wo das Kraxeln im Schotter und Fels begann. Schon am Morgen waren weisse Wolken in Bewegung und unser Gipfel, immer in Sichtweite, manchmal im dunklen Gewölk. Ein warmer Südwind blies uns den Föhn um die Ohren, aber da wir nicht froren, war uns das egal. Bis er dann auf dem Grat, ca. 200m unter dem Gipfel, so zugelegte, dass niemand mehr grad stehen konnte, ohne davongeblasen zu werden. Genau dann hätten wir Steigeisen montieren müssen und klettern war auch noch angesagt.

Wir entschieden uns schweren Herzens umzudrehen. Auf dem Rückweg mussten wir noch über den breiten Rücken des Chamlijochs aufsteigen um dann über das Iswändli, das wir mit Steigeisen im Schnee laufend hinter uns liessen, abzusteigen. Darauf folgten viele Schneefelder, die wir runterrutschen konnten – manchmal auch ungewollt nicht auf den Füssen- bis fast zum Pass runter. Eine schöne Tour, trotz fehlendem Gipfel, eine sehr angenehme Gruppe und die feinen Pommes am Klausenpass haben das Ganze noch perfekt abgerundet.

Danke Caroline für die tolle Tour!

Cora Schibli

Jubiläumstour Wildspitz, 2.6.2021

6 Frauen und 1 Mann standen erwartungsvoll beieinander am Bahnhof Arth Goldau, um die wetterbedingt verschobene Wanderung nachzuholen. Ohne Kaffee und Bustransfer gings zügig noch über Asphalt zum Einstieg. Heute (nicht wie im Jahre 1806) wird ja der Bergsturz beobachtet, somit ist die Gefahr wohl klein damit überrascht zu werden, aber gross die Hoffnung Frauenschuhe zu sichten. Waldvögelein und Fuchsknabenkraut waren schnell erkannt am Wegrand, dann plötzlich ein, zwei Frauenschühlein und mit der Zeit ganze wunderschöne Büschel davon…wer hätte das gedacht! Es ging steil und stetig 1180m «obsi» aber um 12.30h waren wir alle beim Kreuz am Gnipen – wir haben natürlich unterwegs auch Halt gemacht für Trank, das erforderte der steile Aufstieg, und auch um Aussicht und Natur zu geniessen. Gipfelbucheintrag, Fototermin etc. Weiter gings zum Wildspitzgipfel, Ankunft 14h. Interessant die Landeskarten Ausschnitte die uns Béatrice vorlegte: eine vor 100 Jahren und die heutige dazu, und zum Dessert offeriert: «Geduldszältli».

Nun noch einen kurzen Aufstieg und hinunter zum ersehnten Espresso auf der Halsegg, nicht zu vergessen das letzte Schneefeld wo eine Schneeballschlacht lockte und eine Wanderin fast in einem «Schneeloch» verschwunden wäre. Auf dem weiteren Abstieg Richtung Sattel-Ägeri, so viele wunderschöne Orchideen überall. Ein kurzes Gewitter am Ende unserer Tour brachte etwas Abkühlung. Den ereignisvollen Tag haben wir dann in der Beiz bei einem Bier ausklingen lassen. Dank an Beatrice für die sorgfältige Tourenführung und Leitung.

Verena und Inge

Die Tour auf den Wildspitz im Gedicht vom Chlausabend 1928:

Und wiederum im Februar
da zieht e mächtig grossi Schaar
zerscht gäge Zug, denn obsi zue,
dur Weide, über Nagelflue.
Und obe hät's, oh jemineh
en grosse Hufe Is und Schnee.
D' Frau Merian muess Stufe hacke
damit me cha de Wildspitz packe.

Valle Maggia statt Sardinien 25.-28.5.2021

Dies war eine tolle Alternative. Zu fünft haben wir die Reise angetreten und wurden im Bed and Breakfast «Ca`Stella» herzlich von der Besitzerin Helia F. Blocher in Bignasco empfangen. Wir hatten fast das ganze Haus nur für uns alleine. Das Frühstück wurde im Detail aufgetischt, mit feinem Müesli etc., so fehlte nichts für einen tollen Start in den Tag.

Am ersten Tag ging's gleich hinter dem Haus steil bergauf zu einer hübschen geschichtsträchtigen Kapelle. Monika und ich haben dort oben eine lange Pause genossen und die jüngeren Damen sind noch weiter hinauf gewandert. Das Wetter war sehr schön, doch der kalte Nordwind am Abend hat unser Abendessen im Freien etwas verkürzt und um uns aufzuwärmen sind wir dann strammen Schrittes bis zum wunderschönem Wasserfall Cascate Grande in Bignasco gegangen. Zurück im b&b haben wir die verschiedenen Wandervorschläge für Tag 2 begutachtet und haben uns für eine sehr lohnenswerte Rundwanderung ab Fusio entschlossen. Der Lago di Mognola auf 2004m war noch mit Eis bedeckt. Der Rundweg führte uns zu den wunderschönen Cort da Canaa (Bewässerungskanäle aus Stein zum Tränken der Tiere und zur Bewirtschaftung der Alm unerlässlich). Der krönende Abschluss war in Mogno, wo wir die wunderschöne Kirche von Mario Botta besichtigt haben.

Am 3. Tag sind wir auf eine lange Postautofahrt gegangen, die leider nicht ganz coronakonform vonstatten ging. 20 Leute in einem kleinen Postauto bis hinauf nach Cimalmotto ins Valle di Campo. Von dort wanderten wir bis zur Alpe di Sfii durch wunderschöne Wälder und der Anstieg ging über Dutzende Granitplattenstufen zum Ziel. Oben angelangt, herrliche Aussicht und ein feines Picknick. Den gleichen Weg ging es hinunter, wo wir dann im Dorf die wunderschönen alten Rustici bewundern konnten. In Cevio empfahl uns Milena ein schönes Grotto, wo wir ein feines, typisches Tessiner Essen geniessen konnten.

Zum Abschluss am 4. Tag ging es nochmals mit dem Bus bis zuhinterst ins Val Bavona nach San Carlo und von dort aus zu Fuss «ohne Ende» durch das einzigartige Tal hinunter bis Bignasco. Das enge eiszeitliche Tal in U-Form ist geprägt von vielen Felsblöcken und Steinen, die den Talgrund übersäen. Bei Foroglio bewunderten wir die eindrückliche 100 Meter hohe Cascata di Foroglio. Picknicken am Ufer der Bavona mit erfrischendem Fussbad. 

Noch erfrischender war das 5 dl Panaché Bier in Bignasco bevor die Rückreise angetreten wurde.

4 ereignisreiche Wandertage, mit viel Kultur, schönen Tälern und für diese Jahreszeit untypisch tief verschneiten Bergspitzen und Schnee hinunter bis 2000m Meer.

Danke Milena

von Hélène Sagne

Pfingsten in Interlaken 22.-24.5.2021

  1. Äschiried - Därligen ca. 2 1/2 Std. Zuerst gab es schöne Aussicht über den Thunersee, dann schwierige Wegverhältnisse im Wald, die von den alten Häsinnen mit Bravour bewältigt wurden. Gestärkt von der Rast im Restaurant Meielisalp nahmen wir den Abstieg nach Därligen unter die Füsse und genossen erneut den Blick auf den See.
  2. Bönigen - Giessbach 4 Std. Der Uferweg am Brienzersee führte durch lichten Wald zu den berühmten Giessbachfällen, wo wir schon eine erste chinesische Reisegruppe sichteten. Wir genossen das Kuchenangebot auf der Terrasse des historischen Hotels und fuhren mit der Standseilbahn aus dem Jahr 1879 zur Schifflände. Auf der gemütlichen Fahrt mit dem Schiff zurück nach Interlaken konnten wir die zurückgelegte Wanderung noch einmal ganz bequem geniessen.
  3. Ringgenberg Jakobsweg - Ruine Goldswil - Interlaken. Auf dieser abwechslungsreichen Strecke gibt es einen Kirchhügel mit Aussicht, ein Seelein, schöne Häuser und eine Burg.

 

Unsere Vorfahrinnen waren an Pfingsten 1929 so unterwegs:

A der Pfingste isch es gsi,
chömmed mir au neime hi?
Immer gaht's em Doubs entlang,
's wird eim fascht efange bang,
Ob ächt nie es Wirtshus chunnt?
Laufe tüe mer mängi Stund.
d' Präsidentin seit: "Tüend warte,
ich will luege uf der Charte,
sitzed ab und streckid d' Glieder,
nachher haued's mir dänn wieder.
Alli sitzed gern es Wili,
eusi Füess, die grochsed schüli.